Auf gehts: Reisefotografie

Vielleicht ist dieser Artikel ein bisschen spät dran, da der Sommer schon fast vorbei ist; aber es ist ja nicht so, dass man nur im Sommer verreisen kann. Also packt eure Spiegelreflexkameras ein, egal wohin es geht, denn die Bilder, die man damit machen kann, sind einfach 100-mal schöner als die gewöhnlicher Digitalkameras.

von Doro Louise Zinn

Wenn ihr auf Reisen fotografiert…

1. Nehmt euch ein gutes Objektiv mit: von Sigma und Canon gibt es zum Beispiel eigens designte Reiseobjektive, die eine Spannweite von 18-200/250mm haben und es euch damit ermöglichen, leicht zu reisen und trotzdem in fast allen Situationen die Kamera verwenden zu können. Diese Objektive haben zwar ein paar Makel, wie leichte Farbveränderungen an den Rändern bei extremen Brennweiten, aber wenn ihr ein Programm für die Nachbearbeitung habt, dann könnt ihr diese Probleme ohne Weiteres beseitigen.

2. Informiert euch vorher über Bräuche und Sitten im Land. In vielen süd-und mittelamerikanischen Ländern reagieren manche Menschen sehr schockiert, wenn sie fotografiert werden, da sie glauben, dass ein Foto die Seele klauen kann. Oder aber sie verlangen Geld für ein Foto und werden sehr gereizt, sollte man ihnen dieses verwehren. In asiatischen Ländern gehen die Reaktionen von absolut fotobegeistert bis hin zu bösen Blicken und Drohungen. Am Besten ist es, die Personen vorher zu fragen, ob man sie fotografieren darf. Und noch viel besser, wenn man dies in der Landessprache tut – auch wenn das der einzige Satz ist, den man sagen kann. Dann hat man die Sympathien gleich auf seiner Seite. Und ein schönes Foto in der Tasche. Auch darf man nicht immer überall fotografieren. In manchen Tempeln, Kirchen und anderen Stätten ist das Fotografieren nicht gestattet – und man sollte sich daran halten, wenn man nicht respektlos erscheinen will.

3. Versucht, die Stimmung einzufangen, die ihr empfindet, wenn ihr bestimmte Dinge seht. Konzentriert euch bei eurer Fotografie vielleicht nicht nur auf Sehenswürdigkeiten – die kann man überall bestaunen – sondern auf Details, die euch auffallen oder berühren. Das kann ein Kinderschuh sein, der verloren am Wegesrand liegt oder zwei alte Menschen, die Händchen halten – was auch immer ihr interessant findet.

Bilder: http://fromdtoz.tumblr.com/

4. Betrachtet das Land nicht nur aus der touristisch-distanzierten Perspektive, sondern versucht euch wirklich auf Menschen und Stimmung einzulassen. Die besten und persönlichsten Fotos entstehen dann, wenn man es selber gar nicht erwartet. Beim Spielen mit Kindern oder beim Weintrinken mit Erwachsenen, zum Beispiel.

5. Ich persönlich finde es gut, wenn man sich mit dem Land und vielleicht auch dem Einfluss kritisch auseinandersetzt, den der Tourismus auf das Land hat. Das führt erstens dazu, dass ihr euch selber mehr mit dem Land beschäftigt und zweitens dazu, dass eure Bilder anders sind und nicht nur vermeintliche Paradise abbilden.

6. Passt auf eure Kamera auf! Egal wo ihr seid – es gibt immer Menschen, die gerne eure Kamera hätten, die da so schön um euren Hals baumelt. Deswegen nehmt euch eine normale Tasche, kauft euch eine Kameraeinlage für diese Tasche (gibts bei amazon schon ab ca. 20 Euro) und tarnt eure Kamera damit. Was noch hilft: Immer nett und respektvoll mit den Einheimischen umgehen – dann helfen sie euch, sollte euch jemand etwas Schlechtes wollen. Außerdem: ein bisschen Tape an die Kamera, hier und da, dann sieht sie gleich 10 Jahre älter aus. Und zu guter Letzt: Auf Reisen braucht ihr keinen riesigen Aufsteckblitz oder ein Tele-Objektiv (außer ihr wisst schon im Voraus wofür) – damit belastet ihr euch nur unnötig und zieht ungewollte Aufmerksamkeit auf euch.

Wenn ihr all diese Tipps, oder zumindest ein paar der Tipps befolgt, dann dürftet ihr eine wunderschöne Reise haben, von der ihr viele tolle Fotos mitbringt.

Über die Autorin
Doro Louise Zinn wurde 1987 in München geboren, wo sie auch aufwuchs. Nach einigen Auslandsaufenthalten, bei denen sie anfing zu fotografieren, ist sie jetzt dabei ihre Politik- und Psychologiestudien in Wien abzuschließen. Ab Oktober wird sie dort auch Fotografie studieren. Ihre Schwerpunkte sind Street-/Reportage-/Reise-/ und Essayfotografie.
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This entry was posted onDienstag, September 4th, 2012 at 18:45 and is filed under Featured, Praxis-Tipps, Slider. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

About the author: Thomas Bauer

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