Sehr beliebte Fotografien sind stimmungsvolle Aufnahmen im Gegenlicht der untergehenden Sonne – doch jeder Einsteiger wird schnell merken, dass es nicht so einfach gelingt, wie es auf den ersten Blick scheint. Gegenlichtaufnahmen sind immer eine Herausforderung für die Belichtungsmessung der unterschiedlichen DSLR-Kameras. Jeder Einstieger, der versucht hat, eine Person im Gegenlicht zu portraitieren, wird den Effekt kennen: Das Motiv bleibt dunkel, der Hintergrund ist korrekt belichtet. So verwunderlich ist das nicht, denn die Kamera ermittelt durch den Lichteinfall ein starkes Umgebungslicht und verkürzt die Belichtungszeit entsprechend. Dass man bewusst den Hintergrund überbelichten möchte, um die Person korrekt zu belichten, kann das DSLR-System nicht automatisch berücksichtigen.
Mit einem einfachen Handgriff lässt sich die Belichtungsmessung der Kamera jedoch austricksen: Der Wechsel auf Spotmessung.
Mit einem einfachen Handgriff lässt sich die Belichtungsmessung der Kamera jedoch austricksen: Der Wechsel auf Spotmessung.
Wie wir bereits in einem früheren Artikel über richtige Belichtung erklärt haben, ist die Spotmessung in verschiedenen Extremsituationen sehr hilfreich. Mit ihr können wir die Belichtungsmessung gezielt auf einen Punkt legen – und das ist in diesem Fall das Hauptmotiv, zum Beispiel der Kopf einer Person. Fokussiert man nun per Spotmessung auf das Hauptmotiv, wird dieses korrekt belichtet. Der Hintergrund ist nicht relevant, er verliert sich in einer Überbelichtung, die oft als sehr schöner Effekt das Hauptmotiv umspielt.
Dieser Trick gelingt meist, wenn die Sonne etwas schwächer ist oder tiefer steht. Ist der Helligkeitsunterschied zu extrem, kann man sich ganz einfach mit einem anderen Trick behelfen – dem Blitz:
Wie gehabt per Spotmessung auf das Hauptmotiv fokussieren, den Blitz ausklappen und die TTL-Messung vollautomatisch ihre Arbeit verrichten lassen.
Nach einem kurzen Check des Bildes kann man, wenn nötig, per Belichtungskorrektur nachregeln. Bei sehr starkem Sonnenschein kann es erforderlich sein, die Blende leicht zu schließen, um eine Überbelichtung zu vermeiden – hier muss man sich an das gewünschte Ergebnis herantasten.
Es gibt kein grundsätzliches Erfolgsrezept für das erfolgreiche Fotografieren mit Gegenlicht, jedoch zwei zielführende Hilfsmittel. Wer ein wenig mit der Spotmessung und, wenn nötig, dem Aufhellblitz experimentiert, wird sich schnell an wunderschönen, stimmungsvollen Gegenlichtaufnahmen erfreuen können – gutes Gelingen!
Titelbild und Beitrag: Thomas H. Bauer
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