“Du willst bessere Fotos machen? Hol’ dir ‘ne bessere Kamera.” – Quatsch mit Soße! Dieser Artikel soll ein kleiner Weckruf sein, für die Besinnung auf das Wesentliche in der Fotografie, als Kontrast zum explodierenden Technikwahn im DSLR-Bereich. Wie man in den letzten Jahren deutlich gemerkt hat, werden vor allem Einsteiger in diversen Internet-Foren mit technischen Details regelrecht verrückt gemacht. Suggeriert wird dort, dass es natürlich das neueste und beste Gerät sein muss, um schöne Bildergebnisse erzielen zu können. Neulinge, denen kaum die Grundbegriffe der Fotografie vertraut sind, hantieren mit Kaufabsichten, die man sonst von einem Berufsfotografen erwartet. Aber das ist schlichtweg Unsinn. Einsteiger, die nach dem Kauf einer Kamera der Semi-Pro-Klasse über “kaum bessere Fotos” klagen, haben sich vom Technikwahn blenden lassen.
It’s not only the gear!
Generell: Sammelt Erfahrungen mit euren ersten Kameras. Lernt die Fotografie als solche kennen, fühlt sie, entwickelt ein Auge für Bildgestaltung aber auch für die technisch korrekte Bedienung in unterschiedlichen Licht-Situationen. Seid ihr weit genug, nach neuer Technik zu gieren, macht es sinnvoll: Das verwendete Objektiv hat weitaus mehr Anteil an der Bildwirkung und -Qualität als der Kamerabody. Investiert zunächst in lichtstärkere Objektive oder sogar Festbrennweiten, um mehr gestalterischen Spielraum zu erhalten. So manch ein Neuling wird staunen, wenn er sieht, was man mit einer lichtstarken Festbrennweite technisch und gestalterisch aus einer Einsteiger-DSLR herausholen kann. Die besten fotografischen Werke unsere Geschichte entstanden, oh Wunder, noch mit alten Analogkameras und einer Standardbrennweite – sie transportierten Aussagen und Emotionen, die keiner kompromisslos perfekten Technik bedürfen.
Eine Spiegelreflexkamera ist nach wie vor ein Arbeitsgerät, das bedient werden möchte. Der Spiegereflexkamera-Vergleich macht Sinn, und auch die Suche nach gutem Zubehör, aber die beste Technik hilft nichts, wenn man sie nicht ausreizt. Freunde der Fotografie – lasst die ellenlangen Technik-Diskussionen einfach einmal links liegen und geht an die frische Luft – denn dort entstehen unvergessliche Fotografien!
Artikel: Thomas Bauer
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2 comments
#1Matthias Kleine4. Juli 2011, 21:46
Ihr sprecht mir aus der Seele! Langsam macht es schon keinen Spaß mehr in Internetforen zu gucken. Dort wiederholen sich die Fragen nach dem richtigen Einsteigerbody – kaum jemand informiert sich richtig was wirklich ein Foto ausmacht! Die Werbung ist ja auch nicht gerade produktiv dabei wenn es um “wahre Werte” geht. Wieviele fragen mich als erstes wieviele Megapixel denn meine DSLR hat – umso erstaunter sind sie über die Antwort und meinen dann, dass selbst ihre Kompaktkamera mehr schafft.
#2Lennart15. Juli 2011, 17:31
Auch hier in diesem Video wird das sehr stark deutlich,dass es nicht nur auf die Kamera ankommt sondern auf den, der fotografiert.
http://m.youtube.com/index?desktop_uri=%2F%3Fgl%3DDE%26hl%3Dde&hl=de&gl=DE#/watch?v=v6lNCSHH7Vg
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